Als Hans Castorp den Health-Bereich verließ, war der Schnee draußen noch immer weiß, und die Sonne stand, als hätte sie keinen Zweifel. Aber in ihm war etwas verschoben.
Er trug die Dosen in der Hand wie eine lächerliche Kostbarkeit. Die gelbe Dose, die grüne Dose. Sonne und Gras, dachte er. Und er musste unwillkürlich an Morgenstern denken: an blaues Gras, an Verdrehung, an Worte, die Wirklichkeiten machen. Hier machte man Wirklichkeit mit Pulver.
Auf dem Weg zurück begegnete er – oder glaubte zu begegnen – Gustav von A. noch einmal. Er stand jetzt nicht mehr im Wartebereich, sondern am Ende eines Ganges, als würde er warten, ohne zu warten. Neben ihm ein Fenster, hinter dem Schnee lag. Gustav von A. sah Hans Castorp an, sah die Dosen, und sein Blick zeigte etwas, das fast Mitleid war – oder Neid, man konnte es nicht unterscheiden.
„Sie haben sich verbessern lassen“, sagte er leise.
Hans Castorp zuckte die Schultern.
„Empfehlung“, sagte er.
Gustav von A. nickte.
„Ja“, sagte er. „Empfehlungen sind die sanfteste Form des Befehls.“
Dann wandte er sich ab, und Hans Castorp sah, wie Gustav von A. ein Wort in sein Notizbuch schrieb, ganz klein, als dürfe es nicht laut sein.
Hans Castorp konnte es nicht lesen.
Aber er dachte, ohne es zu wissen: Süden.