Till Eulenspiegel in Schwarz

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Ich habe The Dark Knight geschaut und mich dabei ertappt: Der Joker ist mir auf eine seltsame Art sympathisch.

Nicht als Mensch. Nicht als Vorbild. Sondern als Funktion.

Ich kenne diese Funktion. Ich mag sie sogar. Weil sie etwas tut, das die meisten Systeme mit allen Mitteln verhindern: Sie hält ihnen einen Spiegel hin — und lässt ihn nicht wieder sinken, nur weil jemand „Ordnung“ sagt.

Wenn ich den Joker als düstere Variante von Till Eulenspiegel empfinde, dann deshalb, weil Eulenspiegel in Wahrheit nie nur ein Spaßmacher war. Eulenspiegel ist eine Störung, die Wahrheit produziert. Er macht sichtbar, wo Regeln nicht Regeln sind, sondern Kostüme. Wo Autorität nicht Autorität ist, sondern nur Gewohnheit. Wo „das macht man so“ in Wirklichkeit „das macht man so, solange niemand fragt“ bedeutet.

Und genau da beginnt mein persönlicher Konflikt — oder präziser: meine persönliche Rangordnung.

Ich liebe Ordnung. Ich liebe Struktur. Ich liebe bestforming, wenn es wirklich bestforming ist: Klarheit, Verlässlichkeit, gleiche Regeln, saubere Grenzen.

Aber ich hasse Heuchelei mehr.

Und wenn bestforming zur Maske wird, wenn Regeln absurd werden oder nur für manche gelten, dann ist beingloco nicht Trotz. Sondern Protest. Ziviler Ungehorsam auf Systemebene. Ein Spiegel, der das System zwingt, sich selbst anzusehen.

Säule 1: Der Trickster ist der Spiegeltest des Systems

Der Trickster ist keine „Anti-Ordnung“-Figur. Er ist eine Anti-Heuchelei-Figur.

Er akzeptiert die Prämissen des Systems nicht automatisch. Er akzeptiert vor allem nicht die bequemste Prämisse von allen: dass sich alles erklären lässt, wenn man nur den richtigen Preis kennt.

Das ist die heimliche Religion vieler Gesellschaften: Am Ende geht es um Geld. Wenn du nur genug zahlst, wird aus Moral ein Service. Aus Loyalität ein Abo. Aus Prinzip ein Rabatt.

Der Trickster ruiniert diese Religion, indem er sie nicht bedient.

Rubine so groß wie eine Mandarine

Alfred erzählt in The Dark Knight diese Burma-Geschichte, und sie ist mehr als ein Set-up für „der Joker ist halt irre“. Sie ist eine Diagnose.

„One day I saw a child playing with a ruby the size of a tangerine.“  

Und dieser Bandit — der eigentliche Trickster in Alfreds Geschichte — wirft diese Rubine weg. Er handelt nicht nach dem erwartbaren Raster. Er folgt keiner Logik, „like money“.  

Dann kommt der Satz, der das Betriebssystem vieler Ordnungen entlarvt:

„They can’t be bought, bullied, reasoned or negotiated with.“  

Geld, Macht, Argumente, Deals — die vier Standardschlüssel, mit denen man Systeme aufschließt. Der Trickster passt nicht ins Schloss. Und genau deshalb wird er zum Spiegel.

Denn in dem Moment, in dem Geld nur noch ein Tauschmittel ist (ein Token, ein Werkzeug, ein logistischer Umstand) und nicht mehr der Sinnanker, verliert das System seine bequemste Erklärung. Und plötzlich muss es zeigen, ob es Werte hat — oder nur Mechaniken.

Das System glaubt, es sei moralisch. Der Trickster prüft, ob es nur stabil ist.

Der Joker macht dasselbe. Nicht subtil. Nicht freundlich. Aber strukturell identisch.

Er sagt sinngemäß: Eure Ordnung ist nicht „gut“. Sie ist nur „gewohnt“. Und sie gilt nicht, weil sie wahr ist, sondern weil alle bisher mitgespielt haben.

Und er testet das nicht durch Philosophie, sondern durch Druck.

Er nennt sich „agent of chaos“ und setzt noch einen drauf:

„Introduce a little anarchy… It’s fair!“  

Das ist natürlich eine provokante Lüge und zugleich ein Spiegel. „Fair“ ist Chaos nicht. Aber der Satz trifft einen wunden Punkt: Viele Ordnungen sind nicht fair, sondern selektiv. Sie sind fair für die, die sie geschrieben haben. Sie sind fair für die, die sie interpretieren dürfen. Sie sind fair für die, die sich Ausnahmen leisten können.

Der Trickster sagt nicht: „Ich mache es besser.“ Er sagt: „Ich mache es sichtbar.“

Und das Sichtbar-Machen passiert bei Joker immer dort, wo das System am liebsten im Nebel bleibt: bei Moral, die nur bei gutem Wetter gilt.

„Madness… is like gravity. All it takes is a little push.“  

Auch das ist Spiegel. Nicht weil „madness“ erstrebenswert wäre, sondern weil der Joker hier auf etwas zeigt, das wir ungern zugeben: Dass viele unserer „zivilisierten“ Selbstbilder nicht auf Stabilität gebaut sind, sondern auf Bedingungen.

Der Trickster ist der Moment, in dem Bedingungen kippen.

Geld verbrennen: Der Spiegel, der wehtut

Die Szene, die bei dir so resoniert, ist der Punkt, an dem Joker das Offensichtliche zerstört: Geld als Motiv.

„It’s not about money. It’s about sending a message.“  

„Everything burns.“  

Das ist keine Poesie. Das ist eine Systemoperation: Er nimmt dem Mob die gemeinsame Sprache. Er kappt den „Deal“-Kanal. Und plötzlich muss jeder merken: Wenn Geld nicht mehr zählt, zählt nur noch Loyalität, Angst, Gewalt — und die Frage, wer überhaupt noch „Regeln“ definieren darf.

In Alfreds Geschichte sind Rubine Mandarinen groß und wertlos. Bei Joker sind Geldberge real und wertlos. Es ist die gleiche Bewegung: Entwertung des Tokens, um die Wahrheit des Systems zu zwingen, sichtbar zu werden.

Und genau hier wird der Joker zum dunklen Eulenspiegel: Er hält nicht nur den Spiegel hin. Er klebt ihn fest.

Das Fähren-Experiment: Moral als Lackschicht

Eines der stärksten Spiegel-Momente im Film ist nicht mal ein Satz. Es ist ein Setup: zwei Fähren, zwei Gruppen, ein Knopf.

Der Joker zwingt die Gesellschaft in eine groteske Entscheidung und sagt damit: Wenn eure Moral echt ist, trägt sie auch, wenn es unbequem wird. Wenn sie nur ein Status-Accessoire ist, fällt sie beim ersten Ernstfall ab.

Du musst diese Szene nicht romantisieren, um ihren Spiegelwert zu sehen. Der Spiegel ist: Moral ist oft Performanz. Und Systeme lieben Performanz, weil sie Ordnung simuliert. Der Trickster zwingt Performanz in die Realität.

Und dann kommt Tyler Durden — der Joker ohne Clownmaske

Wenn du sagst, Tyler Durden schließt an, dann stimmt das. Tyler ist kein Joker-Double, aber er ist dieselbe Funktion in einem anderen Feld: Konsum, Identität, Leistung.

Er hält der Gesellschaft nicht den Spiegel in Bezug auf „Kriminalität“ hin, sondern in Bezug auf „Normalität“.

„Advertising has us chasing cars and clothes…“  

Das ist der Spiegel auf eine Gesellschaft, die Sinn als Produkt verkauft und dann überrascht ist, wenn Menschen innerlich hohl werden.

„The things you own end up owning you.“  

Auch hier wieder: Geld und Besitz sind Tokens. Werkzeuge. Aber wenn sie zum Sinnanker werden, besitzt dich der Token — nicht umgekehrt.

Und Tyler macht noch etwas, das deine beiden Säulen direkt verbindet: Er stellt bestforming unter Verdacht, sobald es zur Selbstoptimierungs-Religion wird.

„Self-improvement is masturbation. Now self-destruction…“  

Man kann das für destruktiv halten (ist es oft auch). Aber als Spiegel ist es scharf: Es gibt eine Art bestforming, die nicht Wahrheit sucht, sondern Anerkennung. Die nicht Leistung will, sondern Überlegenheit. Die nicht Ordnung meint, sondern Rang.

Und genau dort beginnt dein Punkt: Der Trickster ist der Protest gegen Regeln, die nicht wahr sind.

Säule 2: Heuchelei schlägt Ordnung — und dann wähle ich beingloco

Ich will das so klar sagen, wie ich es selbst brauche:

Ordnung ist ein Wert.

Struktur ist ein Wert.

bestforming ist ein Wert.

Aber diese Werte sind nachrangig gegenüber etwas, das ich nicht verhandle: Gleichheit der Regeln und Ehrlichkeit der Begründung.

Denn Ordnung kann schützen. Ordnung kann tragen. Ordnung kann sogar heilen.

Aber Ordnung kann auch stabilisieren, was falsch ist.

Und dann wird Ordnung zur Lüge mit gutem Branding.

bestforming ist nur dann bestforming, wenn es für alle gilt

Die einfachste Definition, die ich kenne:

• bestforming ist Ordnung, die Wahrheit dient.

• bestforming ist Struktur, die Fairness ermöglicht.

• bestforming ist Regelwerk, das nicht nach oben weich und nach unten hart wird.

Sobald ein System zwei Regelwerke hat — eins für Menschen mit Geld, eins für Menschen ohne — ist es kein Regelwerk. Es ist Privilegienverwaltung.

Sobald ein System sich „rational“ nennt, aber seine Regeln nicht konsequent anwendet, ist es nicht rational. Es ist rhetorisch.

Und sobald ein System „Professionalität“ sagt, aber damit in Wahrheit Gehorsam meint, ist es nicht professionell. Es ist dressiert.

In diesem Moment wird beingloco zur Option.

Nicht als Lifestyle. Nicht als „Chaos“. Sondern als gezielte Regelverletzung, weil mitspielen Heuchelei normalisiert.

Absurde Regeln sind kein Ordnungsargument, sondern ein Weckruf

Du hast das Cannabis-Beispiel gebracht, und es ist ideal, weil es die Zeitdimension entlarvt: Regeln sind Versionen, nicht Wahrheit.

In Deutschland trat das Konsumcannabisgesetz (KCanG) am 1. April 2024 in Kraft.   Die Bundesregierung hat das im Bundesgesetzblatt so festgehalten.   Das Bundesgesundheitsministerium beschreibt, dass damit privater Eigenanbau und der gemeinschaftliche Anbau in Anbauvereinigungen legalisiert wurden.  

Und gleichzeitig wird Cannabis als Medizin neu geregelt; das Ministerium beschreibt explizit, dass Cannabis zum 1. April 2024 aus den Anlagen des BtMG gestrichen und die Regeln in eigene Gesetze überführt wurden.  

Das ist keine Detailfrage. Das ist ein Spiegel für etwas Grundsätzliches:

Gestern warst du — in der Logik des Systems — kriminell.

Heute bist du — in der Logik des Systems — normal.

Und morgen tut das System so, als sei das alles immer alternativlos gewesen.

Das Absurde ist nicht die Änderung. Änderungen sind normal. Das Absurde ist die moralische Selbstgewissheit, mit der Systeme ihre jeweilige Version als „natürlich“ ausgeben.

Und hier steckt dein beingloco-Impuls: Wenn Regeln so offensichtlich zeitabhängig und narrativ sind, warum soll ich ihnen dann blind gehorchen — besonders dann, wenn sie Menschen schaden, während sie zugleich andere Drogen (Alkohol) kulturell adeln?

Ich muss nicht einmal medizinisch argumentieren, um den Spiegel zu sehen: Gesellschaften verwechseln Legalität mit Moral. Und genau diese Verwechslung ist Heuchelei mit Stempel.

Meine Dauertrigger: Jahrzehnte, ein Muster

Du hast gesagt: Es ist nicht „eine Situation“. Es ist seit Jahrzehnten immer dasselbe Muster. Und das ist der zentrale Punkt für den Manifest-Charakter: Es geht nicht um Stimmung. Es geht um Struktur.

Patriarchat:

Es gibt eine Heuchelei, die Frauen „hysterisch“ nennt, wenn sie unbequem werden — und „sympathisch“, wenn sie sich klein halten. Es gibt eine Heuchelei, die weibliche Klarheit in den Wechseljahren als Problem etikettiert, statt als Konsequenz: weniger Angst, mehr Identität. Das System nennt das „emotional“. In Wahrheit ist es oft einfach nur: nicht mehr verfügbar.

Kinder ohne Lobby:

Erwachsene nennen es „Erziehung“, wenn sie Regeln setzen, die sie selbst nie akzeptieren würden. Kinder tragen die Folgen, aber haben keine Stimme, keine Verhandlungsmacht, keine Exit-Option. Das ist Machtasymmetrie, als Normalität verkleidet.

Geld regiert die Welt:

Nicht als moralischer Vorwurf, sondern als Beobachtung: Geld wird immer stärker zur Eintrittskarte für Handlungsfreiheit. Und Macht wird immer stärker zur Fähigkeit, Regeln zu schreiben — oder sie nicht befolgen zu müssen.

Kapitalismus als Alternativlosigkeit durch Erzählung:

Der Kommunismus ist als historisches System in vielem gescheitert — und das wird im Kapitalismus gern so erzählt, als wären damit auch alle Fragen erledigt, die der Kommunismus gestellt hat: Würde, Grundbedürfnisse, Solidarität, Schutz vor Ausbeutung. Das ist ein rhetorischer Trick: Man lässt das Gegenmodell sterben und verkauft das als „Beweis“, dass es keine Alternativen gibt. Und plötzlich wird „so ist die Welt“ zu einem Naturgesetz.

ADHS und Neurodiversität:

„Erfundene Krankheit“, „Ausrede“, „Leistungsschwäche entschuldigen“ — das ist eine besonders billige Form von Heuchelei, weil sie sich moralisch überlegen gibt. Sie sagt: Wenn du nicht funktionierst, bist du schuld. Sie ignoriert Komplexität und nennt das „Verantwortung“. In Wirklichkeit ist es oft nur: Unwillen, Systeme anzupassen, die Menschen variieren lassen müssten.

Wenn du diese Liste liest, ist klar, warum du „wildes Absurdistan“ sagst. Weil die Welt nicht nur chaotisch ist. Sondern weil sie oft so tut, als wäre sie logisch — während sie die Logik selektiv anwendet.

Und genau deshalb reicht „Ordnung“ als Antwort nicht mehr.

Weitere Spiegel-Beispiele (weil das Muster überall ist)

Wenn ich dein Muster ernst nehme, finde ich die gleichen Signaturen an zig Orten:

Meritokratie als Märchen: Leistung wird gefeiert, aber Startbedingungen werden ignoriert. Das System nennt das „fair“, weil es die unfaire Basis nicht mitrechnet.

Compliance-Theater: Regeln werden wie Moral verkauft, aber in der Praxis als Waffe nach unten genutzt. Für oben gibt es „Einzelfälle“.

Selektives Law & Order: Kleine werden sanktioniert, Große werden „reguliert“. Das System nennt das „Realismus“. In Wahrheit ist es Machtarithmetik.

Neutralität als Tarnung: Wer profitiert, nennt Stabilisierung „objektiv“. Wer leidet, nennt es „Ungerechtigkeit“. Neutralität wird zur moralischen Ausrede, nichts zu riskieren.

Rasse/Klasse als implizite Regelwerke: Offiziell sind Regeln gleich. In der Praxis sind sie es oft nicht. Das ist Heuchelei in Reinform: Gleichheit behaupten, Ungleichheit implementieren.

Das sind alles Varianten desselben Bugs: Regeln werden nicht als gemeinsamer Vertrag gelebt, sondern als Instrument. Und sobald Regeln Instrument werden, ist bestforming nicht mehr Leistung — es ist Dressur.

Dann wähle ich beingloco.

Ein Mini-Modell, das mir hilft (und dir vermutlich auch)

Ich denke das gern auf zwei Achsen:

1. Gilt die Regel für alle? (universal vs selektiv)

2. Ist die Regel sinnvoll? (sinnvoll vs absurd)

Daraus entstehen vier Felder:

Universal + sinnvoll: bestforming. Hier liebe ich Regeln.

Universal + absurd: Bürokratie als Selbstzweck. Hier werde ich kritisch.

Selektiv + sinnvoll: Privilegienordnung. Hier werde ich wütend.

Selektiv + absurd: der Kern der Heuchelei. Hier wird beingloco zur moralischen Option.

beingloco ist dann nicht „ich mache, was ich will“, sondern „ich mache sichtbar, dass ihr nicht tut, was ihr behauptet“.

Manifest: Meine Linie zwischen bestforming und beingloco

Ich schreibe das als Gelöbnis, nicht als Debatte.

1. Ich liebe Struktur — aber ich verwechsle Struktur nicht mit Wahrheit.

2. Regeln, die nicht für alle gelten, sind keine Regeln. Sie sind Privilegien.

3. Geld ist ein Tauschmittel. Wer Geld zum Sinn erklärt, verrät Menschen.

4. Wenn ein System Moral predigt, aber Ausnahmen verkauft, ist es kein Moralsystem, sondern ein Markt.

5. Ich spiele nicht mit, wenn „Professionalität“ nur ein anderes Wort für Gehorsam ist.

6. Ich akzeptiere Unordnung eher als Heuchelei, weil Unordnung wenigstens ehrlich ist.

7. Ich glaube nicht an Alternativlosigkeit. Ich glaube an Macht, die sich als Naturgesetz verkleidet.

8. Ich halte Frauen nicht für „hysterisch“, wenn sie klar werden. Ich halte Systeme für hysterisch, wenn sie Klarheit nicht ertragen.

9. Kinder haben keine Lobby — also ist jedes „So ist das halt“ ein Verdachtsmoment.

10. Neurodiversität ist keine Ausrede. Die Ausrede ist, Systeme nicht verändern zu wollen.

11. Wenn bestforming zur Maske wird, wähle ich beingloco — gezielt, sichtbar, begründet.

12. Ich will die Welt nicht brennen sehen. Ich will, dass sie aufhört zu lügen, während sie brennt.

Der letzte Haken: Der Trickster ist Warnung und Werkzeug zugleich

Es wäre billig, den Joker nur als Monster zu entsorgen. Dann müsste ich nicht hinschauen. Dann könnte ich sagen: Mit mir hat das nichts zu tun.

Aber genau das ist der Wert des Tricksters als Spiegel: Er zwingt mich, meine eigenen Werte zu ordnen.

Tyler Durden sagt: „You are not your job…“  

Der Joker sagt: „It’s not about money…“  

Alfred sagt: Manche Menschen folgen keiner Logik „like money“.  

Drei Varianten derselben Störung: Der Token ist nicht der Sinn.

Und wenn der Token nicht der Sinn ist, dann kann ich mich auch nicht hinter Tokens verstecken: nicht hinter Geld, nicht hinter Status, nicht hinter „so macht man das“, nicht hinter „Regeln sind Regeln“.

Denn manchmal ist die ehrlichste Ordnung die, die sich traut, eine Regel zu brechen — nicht um zu gewinnen, sondern um zu zeigen, dass das Spiel manipuliert ist.

Die Welt ist ein wildes Absurdistan. Ich kann mich daran festhalten, weil es „Ordnung“ verspricht. Oder ich kann mich daran festhalten, weil ich mich weigere, zu lügen, während ich daran hänge.

Und vielleicht ist das der eigentliche Grund, warum mir der Joker als dunkler Eulenspiegel sympathisch erscheint: Nicht wegen der Dunkelheit. Sondern wegen der Spiegelarbeit.

Weil ich Ordnung will.

Aber ich will sie nicht um den Preis, dass ich mich selbst belüge.

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